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* Der Bischof ERASMUS trägt das Evangelienbuch als Zeichen seines Bekennertums und hält den Stab mit den ihm beim Martyrium unter Maximilian entwundenen Eingeweiden. Hinter der schlichten Erscheinung der Heiligenfigur können sich die ausgewogenen Bewegungen, die harmonischen Maßverhältnisse, die farbige Fassung und die seltsamen Attribute der Beachtung nicht entziehen. Zur Erhaltung der Standfestigkeit mußte die im unteren Bereich sehr schmale und vermorschte Holzfigur in neuerer Zeit auf einem Standbrett befestigt werden. Im Vergleich zur vollplastisch geformten Vorderseite der Figur ist die Rückseite sehr flach gewölbt und glatt bearbeitet. Offenbar hat das verfügbare Stammholz für eine lebhaftere Gestaltung nicht ausgereicht. Das zur Behebung der Raumnot oder als Ersatz einer beschädigten Holzschicht in der rechten Hälfte der Rückseite aufgeleimte Brettstück hat sich unter den eingetretenen Spannungsverhältnissen abgelöst und ist später nicht ersetzt worden. Die Figur des Bischofs Erasmus ist eines der sechs Holzbildwerke, die von Dekan Dr. Dursch in Ennetach aus Privatbesitz erworben und 1851 erstmals in seiner Kunstsammlung verzeichnet worden sind. Die kleine, rundplastisch bearbeitete Lindenholzfigur stand ehemals wohl im offenen Gesprenge eines Altarretabels, ringsum sichtbar aufgestellt. Das Bildwerk ist vermutlich um 1520 in der Werkstatt eines oberschwäbischen Bildschnitzers entstanden. Der Hinweis auf die im Gebiet der oberen Donau tätige Weckmann-Werkstatt reicht für eine gesicherte Zuordnung nicht ganz aus. Lit.: Dursch, 1851, S. 10, Nr. 20. - Baum, 1929, S. 47, Nr. 144 mit Abb. S. 99. |
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