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* Die DORNENKRÖNUNG CHRISTI ist als Hochrelief mit eng gedrängter Komposition dargestellt. In der Mitte sitzt Christus in aufrechter Haltung, dem Spott und Hohn der ihn hart bedrängenden Rohlinge ausgesetzt. Sie haben ihm ein rotes Tuch als Purpurmantel umgehängt und eine Krone aus Dornengeflecht aufgesetzt, um sein Königtum zu verhöhnen. Er erträgt die schmerzhaften Angriffe und die Schaustellung mit Gelassenheit. Fünf gedungene Knechte haben sich zur Verspottung um Jesus von Nazareth, den verachteten König der Juden, geschart. Aus ihren Gesichtern ist Rohheit und Erbarmungslosigkeit zu erkennen. Ganz vorn hat sich ein bärtiger Scherge niedergekniet, um dem Wehrlosen ins Gesicht zu grinsen und seine Faust auf die gefesselten Hände zu drücken. Zwei seitlich aufgestellte Folterknechte drücken mit ihren Stöcken dem zum Spott gewordenen König die Dornenkrone aufs Haupt, während die beiden hinten postierten Schergen die Arme erheben, um mit Keulen auf das Dornengeflecht niederzuschlagen. Alle Bewegungen bringen die Brutalität der Handlung zum Ausdruck und verursachen beim Betrachter tiefes Mitgefühl. Der Bildschnitzer hat es verstanden, der Darstellung eine gedrängte, dennoch klar überschaubare Komposition zu geben. Um die ruhige Bildmitte entwickelt sich eine von unten nach oben zum Tumult anschwellende Szene. In drei übereinander gelagerten Zonen holen die wutentbrannten Folterknechte zu immer weiteren Bewegungen aus. Die erzählerische Ausschmückung mit vielen kleinen Details erinnert an das ebenfalls aus Randegg in die Rottweiler Sammlung gelangte Relief der Anbetung der Könige (105). Aus den da und dort sichtbaren Farbresten ist zu erkennen, daß auch der Faßmaler das Thema mit kräftigen Farben ausgeschmückt hat. Das Relief der Dornenkrönung Christi fand wohl als Andachtsbild eines Kreuzweges im Kirchenraum Verwendung. Das Bildwerk hat einige Stilmerkmale mit dem Randegger Dreikönigsrelief gemeinsam. Beide Werke (105 und 106) sind vermutlich aus einer in Konstanz ansässigen Werkstatt hervorgegangen. Lit.: Dursch, 1851, S. 15 Nr. 43. - Baum, 1929, S. 38, Nr. 92 mit Abb. S. 69. |
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